bits and pieces 2018

bits and pieces 2018

18. December 2018 Uncategorized 0

Im Jahr 2018 konnten wir im Rahmen unseres Forschungsprojektes PluS-i die erste, spannende Erhebungsphase abschließen. In dieser Zeit haben wir Expertengespräche und Beobachtungen in den von uns untersuchten Städten durchgeführt, Daten von Social Media Inhalten erhoben und eine Telefonbefragung realisiert.

Wir möchten uns im Zuge dessen recht herzlich bei allen Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern für die freundlichen und informativen Gespräche bedanken. Mit Ihrer Unterstützung konnten wir viel Neues und Interessantes über die Sicherheitsarbeit in unseren Untersuchungsstädten erfahren.

Arbeitsstand und Publikationen

Zum Jahreswechsel ist die Auswertung der erhobenen Daten in vollem Gange. Wir hoffen bereits im Frühjahr die Ergebnisse aus der ersten Erhebungsphase veröffentlichen zu können. Im zweiten Quartal 2019 werden wir dann mit der zweiten Erhebungsphase starten.

Doch auch das Jahr 2018 kann sich durchaus sehen lassen. So konnten wir bereits:

1. eine Zusammenfassung der Projektkonzeption PluS-i
2. einen Überblick über das plurale Polizieren in Deutschland und die resultierende Fallauswahl
3. Erkenntnisse zu Ehrenamtlichen in der Polizeiarbeit in allen Bundesländern (unabhängig von den Untersuchungsstädten)
4. Erkenntnisse zu virtuellen Bürgerwehren auf Facebook

als Working Paper online veröffentlichen. Um einen kleinen Vorgeschmack auf unsere Publikationen zu bieten, haben wir Ihnen im Folgenden einen kurzen Einblick in die Vielfalt polizierender Akteure und die ehrenamtliche Polizeiarbeit zusammengestellt.

In a nutshell: Vielfalt polizierender Akteure in Deutschland

Die Präsenz einer Mehrzahl an Akteuren mit dem Ziel der „Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung“ (z.B. Polizei, Ordnungsamt, gewerbliche Sicherheit u.a.) ist heute in deutschen Großstädten alltäglich. Dabei unterscheidet sich die Kombination dieser Akteure aber von Stadt zu Stadt.

Ein erster Überblick ergibt: In allen deutschen Großstädten ist eine polizeiliche Präsenz im öffentlichen Raum sowie eine gewerbliche in halböffentlichen Räumen feststellbar. Auch eine Ergänzung durch eine Präsenz von kommunalen Ordnungsdiensten ist in der überwiegenden Anzahl der Großstädte zu beobachten. Eher selten sind kommunale Ordnungsdienste mit Schusswaffen oder besonders weitgehenden Kompetenzen zu finden. Eine geringere Verbreitung hat die Präsenz von Ehrenamtlichen und Angestellten der Landespolizeien sowie die Präsenz von gewerblichen Sicherheitsunternehmen im öffentlichen Raum.
Insgesamt lassen sich in den 80 deutschen Großstädten 10 unterschiedliche Kombinationen polizierender Akteure feststellen.

Welche weiteren Unterschiede vorliegen, z.B. hinsichtlich der Zusammenarbeit der Akteure oder des alltäglichen Handelns gilt es anhand der fünf ausgewählten Untersuchungsstädte genauer zu untersuchen.

In a nutshell: Ehrenamtliche in der Polizeiarbeit

In Deutschland engagieren sich rund 3.000 Ehrenamtliche bei den Landespolizeien. „Ehrenamtliches Polizieren“ ist allerdings nur in fünf Bundesländern rechtlich möglich. In Hessen und Baden-Württemberg gibt es den sogenannten „Freiwilligen Polizeidienst“, in Sachsen und Bayern die „Sicherheitswacht“ und in Brandenburg die „Sicherheitspartner“, die jeweils zwischen ca. 400 und 900 Ehrenamtliche zählen.

Die Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements bei der Polizei unterscheiden sich, trotz zum Teil gleicher Bezeichnung, insbesondere hinsichtlich der rechtlichen Grundlagen und der praktischen Ausgestaltung. Besonders deutlich werden die Unterschiede im Vergleich zwischen dem Freiwilligen Polizeidienst in Baden-Württemberg und den Sicherheitspartnern in Brandenburg: Während Ehrenamtliche im Freiwilligen Polizeidienst in Baden-Württemberg bewaffnet sind und die Stellung eines Polizeibeamten haben, sind die Sicherheitspartner in Brandenburg unbewaffnet und haben keine erweiterten Rechte. Die Angehörigen der Sicherheitswacht in Bayern und Sachsen sowie des Freiwilligen Polizeidienstes in Hessen sind ‚dazwischen‘ zu verorten: sie sind mit Pfefferspray und Handy oder Funkgerät ausgestattet und haben erweiterte Jedermannsrechte. Trotz dieser Unterschiede sind die Ziele sehr ähnlich: die Steigerung der objektiven und subjektiven Sicherheit durch Streifentätigkeiten bzw. sichtbare Präsenz im öffentlichen Raum.

Insgesamt ist das ehrenamtliche Engagement bei der Polizei immer wieder Gegenstand politischer Diskussionen in den Bundesländern. Wie sich das Ehrenamt bei der Polizei, welches auch in drei der Untersuchungsstädten anzutreffen ist, zukünftig entwickelt und verändert, wird im Rahmen von PluS-i weiter verfolgt werden.

Wir freuen uns auf weitere spannende Einblicke rund um das Thema des pluralen Polizierens und wünschen eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Start in das Jahr 2019.

Ihr PluS-i Team